PC Spiele als Kunstwerke im Regal – Games und ihre Verpackungen

PC Spiele als Kunstwerke im Regal – Games und ihre Verpackungen

Besondere Verpackungen bei SpielenEs gibt zwar das alte Spruchwort, man solle ein Buch nicht am Einband beurteilen, aber ein Stück weit ist das durchaus okay. Zumindest bei Büchern, Filmen oder PC Spielen. Schließlich gibt es fachkundiges Personal, das den Einband oder die Verpackung entwirft, faltet und etikettiert.
Und die Verpackung soll ja auch Aufschluss über das Produkt geben – handelt es sich um ein episches Rollenspiel in einem Fantasy-Universum, ein buntes, kindgerechtes Jump’n’Run oder um einen militärischen Shooter?
Wir beleuchten in diesem Beitrag einige Kultspiele und wie diese bereits über das Verpackungsdesign den Inhalt kommunizieren.

„Grim Fandango“ – Der Tod spielt sich gut

Das Spiel „Grim Fandango“ ist ein absoluter Kultklassiker in allen Belangen. Das Spiel ist toll designt, großartig eingesprochen und eines der letzten Point-and-Click-Adventures von LucasArts. Außerdem hat sich „Grim Fandango“ wie viele Kultspiele nicht so gut verkauft, dass es wirklich im Mainstream angekommen wäre.
Das mag auch an dem etwas ungünstigen Übergang zu 3D-Grafik liegen, die in der Remastered-Edition aber deutlich runder wirkt. „Grim Fandango“ ist dabei eine klassische Detektivgeschichte, nur dass sie in der Unterwelt spielt, in der Skelette den frisch Verstorbenen Reisen vermitteln – je nachdem wie redlich diese gelebt haben.
Bereits die Box ist ein wahres Kunstwerk, eine farblich dynamisch gestaltete Version eines Film Noir. Die Farb- und Formsprache ist eine Parodie auf Filme wie „Casablanca“: Grim posiert im Dinnerjackett, während das liebevolle Schriftdesign wirkt wie die Detektivfilme der 40er Jahre.
Diese Verpackung macht in jeder Sammlung eine gute Figur.

„Borderlands 2“ – Bunt, schräg, poppig

Die Box von „Borderlands 2“ verspricht, was das Spiel anschließend hält. In grellen gelben und orangen Tönen hält die Titelfigur sich symbolisch beide Hände für den zweiten Teil ans Kinn.
Dass er dank der Aufteilung des Handschuhs optisch den Mittelfinger zu zeigen scheint, wirkt dabei durchaus gewollt. Denn „Borderlands 2“ zeigt der Rollenspielkonkurrenz den Mittelfinger.
Statt bierernster Story gibt es hier knallige Charaktere, bunte Waffen und viel Chaos im Comicstil.
Mit „Borderlands 2“ hat die Serie von Gearbox seinen Stil und Charakter gefunden.
Die Box glänzt in ihren grellen Farben und die Etikettierung von Altersfreigabe, Herstellern und Preisen fügt sich elegant in das visuelle Wirrwarr ein. Der Schriftzug scheint dabei durch die Schattierung aus dem Bild zu springen.

„Witcher 3: Wild Hunt“ – Der weiße Wolf kehrt zurück

Witcher 3: PC-SpielDas polnische Entwicklerstudio CD Project Red hat mit der „Witcher„-Serie eine durchaus sehenswerte Konkurrenz zu anderen Fantasy-RPGs geschaffen. Die Welt von „The Witcher“ ist düster, voller Intrigen, Sex und Gewalt. Fans der Serie „Game of Thrones“ dürften sich sofort heimisch fühlen.
Im dritten Teil „Witcher 3“ treiben die Entwickler das Prinzip Open World auf die Spitze und krönt die vormals so lineare Serie mit einem spektakulären Abschluss und einer Spielwelt, die Gamer Wochen (und Monate) kosten kann.
Die Verpackung gibt sich zunächst einmal weniger spektakulär, denn sie setzt auf eine simple Formsprache. Vor weißem Hintergrund wirkt Protagonist Geralt von Riva eher wie ein Filmstar, während er sein Schwert zieht. Den Blick entschlossen am Spieler vorbei richtend, wird Geralts Körper nur durch einige Partikel unterbrochen und viel weißer Raum lässt Platz für die Etikettierung von Preisen, Auszeichnungen und Pressestimmen.
Und den hat das Spiel „Witcher 3“ auch bitter nötig.
Dass es sich um ein Fantasy-RPG handelt, wird dennoch sofort klar, denn sowohl Geralts markantes Aussehen als auch die gewählte Schriftart sprechen eine eindeutige Sprache.

„Inside“ – Playdeads dystopisches Jump’n’Run

Die Verpackung des PC Spiels „Inside“ ist eindeutig, klar und düster. Der rot gekleidete Protagonist und der rote Schriftzug sind die einzigen Markierungen in den expressionistischen Silhouetten aus Schwarz und bläulich eingefärbten Grautönen. Die Schatten formen dabei ein Gefängnis und liefern mit der abfallenden Bildsprache direkt einen Einblick in die zu erwartende Handlung.
Denn „Inside“ ist in einer dystopischen Version einer Diktatur aus Überwachung und Manipulation angesiedelt. Wortlos werden Spieler in einen Albtraum geworfen und müssen sich Panik, Horror und Puzzles stellen, um zu entkommen. Falls Entkommen in dieser Horrorwelt überhaupt eine Möglichkeit ist…
Bereits die Verpackung kommuniziert dies klar, deutlich und minimalistisch.

Wenn die Box Art zur echten Kunst wird

Markante Verpackungen sind längst noch nicht tot. Auch im Zeitalter digitaler Downloads, in denen physische Medien immer seltener werden, kann die Box Art noch Bände sprechen. Ein gut gestaltetes Cover lässt Raum für die kunstvolle Etikettierung von Auszeichnungen und Besonderheiten der Edition und macht so erst das Spiel zum Sammlerstück.
PC Spiele erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit und sind längst nicht mehr so stigmatisiert wie noch vor einigen Jahren. Die besten und schönsten PC Games wie Bücher im Regal zu präsentieren, ist gesellschaftlich durchaus akzeptiert. Und wird mit tollen Spielen und tollen Verpackungen auch ästhetisch zur Bereicherung.

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